Ortsverband Ruppichteroth

Kategorie: Allgemein

  • Eichen-Prozessionsspinner oder Gespinstmotten?

    Eichen-Prozessionsspinner oder Gespinstmotten?

    In den letzten Tagen bekamen wir mehrere, teils besorgte Meldungen, dass mehrere Bäume von Eichenprozessionsspinnern befallen seien. Hier eine (hoffentlich beruhigende) Einordnung:

    Ab der Mitte ihres Lebens schützen sich die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners durch Gifthaare vor ihren Fressfeinden. In diesen Haaren befindet sich das Eiweißgift Thaumetopoein, das auch bei Menschen allergische Reaktionen auslösen kann. Solche Allergien können mit starkem Juckreiz, Hautausschlag und im schlimmsten Fall mit Luftnot einhergehen. Dies setzt aber direkten Kontakt mit den Haaren voraus.
    Gesundheitliche Beeinträchtigungen können von den Haaren der Raupen vor allem dann auftreten, wenn man die Tiere anfasst oder die Nester öffnet.

    Aber – nicht jedes Raupengespinst stammt von Raupen des Eichen-Prozessionsspinners!

    Die behaarten Raupen des Eichen-Prozessionsspinners treten in der Regel erst ab Ende Mai auf.
    Gespinstnester, die schon Anfang bis Mitte Mai gefunden oder gemeldet werden, gehören meistens zu den sogenannten Gespinstmotten, von denen es auch bei uns mehrere Arten gibt.
    Diese für Menschen ungefährlichen Kleinschmetterlinge befallen je nach Art verschiedene Bäume und Sträucher, bei uns sind dies in der Regel Traubenkirschen, Schlehen und Pfaffenhütchen.

    Die etwa tellergroßen Nester des Eichen-Prozessionsspinners findet man ausschließlich am Stamm oder an dicken Ästen von Eichen, niemals an anderen Gehölzen.
    Außerdem überziehen ihre Gespinste nicht größere Bereiche oder sogar ganze Bäume und Sträucher.

    © F. Prelicz, Lepiforum
    Nest eines Eichen-Prozessionsspinners an einem Eichenstamm (Foto: F. Prelicz, Lepiforum)

    Die im Gegensatz zu den Prozessionsspinnerraupen nackten, unbehaarten Raupen von Gespinstmotten überziehen Traubenkirschen, Pfaffenhütchen oder Schlehen oft mit großen Gespinsten.

    Raupen der Gespinstmotten (Foto: Heinz Schumacher)

    Gelegentlich findet man Traubenkirschen oder Pfaffenhütchen, die von den Gespinstmotten-Raupen völlig eingesponnen sind.

    Raupen der Gespinstmotte an einer Traubenkirsche (Foto: Heinz Schumacher)

    Befallene Pflanzen erholen sich in der Regel jedoch wieder. Trotz des Kahlfraßes treiben sie oft sogar noch im gleichen Jahr wieder aus.

    Falls Sie also unsicher sind, hier noch einmal in Kurzform:

    • Befindet sich das Gespinst nicht an einer Eiche, sondern an einem anderen Baum,
    • haben die Raupen keine Haare,
    • ist der komplette Baum eingesponnen, oder sogar noch benachbarte Pflanzen,

    handelt es sich nicht um Eichen-Prozessionsspinner, sondern um Raupen der Gespinstmotte.

  • Ein gutes Jahr für den Schwalbenschwanz

    Ein gutes Jahr für den Schwalbenschwanz

    Von Heinz Schumacher


    2026 scheint für den Schwalbenschwanz ein gutes Jahr zu sein. So wurden bereits mehrere Falter der Frühjahrsgeneration gesichtet und auch fotografiert.

    Er ist sicher einer unserer schönsten und größten heimischen Schmetterlinge. Obwohl er im Bergischen Land laut der Roten Liste gefährdeter Tierarten nicht gefährdet ist, sieht man diesen prächtigen, auffälligen Tagfalter nur selten.
    Aber wenn man einen Schwalbenschwanz sieht, so ist dies jedes Mal ein Erlebnis.

    Foto: Heinz Schumacher

    Unter normalen Bedingungen entwickeln sich bei uns zwei Generationen im April/ Mai und wieder im Juli/ August.

    Während der Falter Blüten besucht und sich von Nektar ernährt, lebt die Raupe von den Blättern der Wilden Möhre und der Gartenmöhre. Aber keine Angst: Da die Raupen immer einzeln auftreten, richten sie keinen Schaden an.
    Außer Möhren fressen die Raupen auch an anderen Doldengewächsen, so z. B. an Dill und Kümmel.
    Die Raupen der zweiten Generation verpuppen sich im Herbst und die Puppen überwintern.

    Foto: B. Jacobi

    Bei unseren Arbeitseinsätzen haben wir immer wieder Glück und begegnen seltenen Tier- oder Pflanzenarten. Hier ein Schwalbenschwanz-Weibchen bei der Eiablage an Wilder Möhre, fotografiert von Beate Lückeroth bei einem RBN-Arbeitseinsatz am 2. Mai 2026

    „Es ist immer wieder beglückend, bei unseren Aktionen solche Entdeckungen zu machen.“

    Holger Zacharias

  • Vogelstimmenwanderung 2026

    Vogelstimmenwanderung 2026

    Ein Rückblick:

    Im April fand unsere Vogelstimmenwanderung erstmals ohne die Unterstützung unserer Expertin Regine Bartholdi statt, die die Führung leider nicht wie geplant übernehmen konnte. Vertreten wurde sie engagiert von Gesa Bartholdi und Beate Lückeroth, die den Teilnehmenden die Vielfalt der Vogelstimmen näherbrachten.

    Mit elf Erwachsenen und zwei Kindern war die Gruppe erfreulich gut besetzt. Auch wenn sich die Vogelwelt an diesem Tag eher zurückhaltend zeigte, tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Möglicherweise spielten die kühlen Temperaturen sowie die bewusst später gewählte Uhrzeit eine Rolle. Üblicherweise finden Vogelstimmenwanderungen in den frühen Morgenstunden zwischen fünf und sechs Uhr statt – dann ist die Aktivität der Vögel am größten. Um jedoch mehr Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, hatten wir uns diesmal für eine etwas „aufstehfreundlichere“ Zeit entschieden.

    Ein weiteres Thema, das uns beschäftigt hat, ist der zunehmende Verlust von Lebensräumen. Viele Hecken, die Vögeln Schutz und Nistmöglichkeiten bieten, verschwinden zunehmend aus der Landschaft. Besonders betroffen ist die Feldlerche, die noch vor wenigen Jahren bei uns anzutreffen war. Sie ist auf offene, ungestörte Flächen angewiesen – Bedingungen, die durch die heutige landwirtschaftliche Nutzung immer seltener werden.

    Trotz der eher leisen Kulisse hoffen wir, bei unseren Teilnehmenden die Begeisterung für Vogelstimmen geweckt zu haben. Wer tiefer einsteigen möchte, kann mit verschiedenen Vogelstimmen-Apps das Gelernte ganz einfach zu Hause weiter vertiefen.

    Wir bedanken uns herzlich bei allen, die dabei waren, und wünschen weiterhin viel Freude beim Entdecken und Hören unserer heimischen Vogelwelt.

  • Vogelbruten vor dem Waschbär schützen

    Vogelbruten vor dem Waschbär schützen

    Der Waschbär ist erwiesenermaßen für Amphibien (Frösche, Kröten, Molche) und auch Vogelbruten eine akute Bedrohung.
    So wurden auf einem Grundstück in der Nähe von Ruppichteroth im vergangenen Jahr 2025 drei von vier Meisenbruten durch einen Waschbären geplündert.

    Dem geschickten und intelligenten Räuber gelang es, mit seinen Armen und langen Fingern die fast flüggen Jungvögel aus den Meisenkästen zu fischen.
    In einem anderen Fall gelang es ihm, wohl um den in dem Kasten schlafenden Altvogel zu erwischen, trotz Marderschutz einen Meisenkasten aus Holz völlig auseinander zu reißen (siehe Foto).
    Der einzig sichere Schutz scheint offensichtlich der Einsatz von Waschbär-sicheren Holzbeton-Nistkästen zu sein. Solche Nistkästen gibt es z. B. mit vorgebautem Giebel, so dass der Waschbär mit Armen und Händen nicht mehr in den Brutraum greifen kann. Holzbetonkästen können außerdem nicht durch den Specht aufgehackt werden und halten lange.


    Waschbär-sichere Holzbeton-Nistkästen bieten z. B. die Firma Schwegler oder die Firma Hasselfeldt an.
    https://www.nistkasten-hasselfeldt.de/Vogelkaesten
    https://www.schwegler-natur.de/portfolio_1408366639/nisthoehle-2gr-wbs/

    Von einem Waschbär zerstörter Nistkasten an einem Baum
    Zerstörter Nistkasten

  • Bröltal bewegt

    Bröltal bewegt

    RBN-Ortsgruppe Ruppichteroth: Aktiv im Einsatz und bei „Bröltal bewegt“


    Zum ersten Mal waren wir mit einem eigenen Stand bei „Bröltal bewegt“ vertreten.
    Besonders die jungen Besucherinnen und Besucher hatten großen Spaß: Alles, was wir an Bastelmaterial vorbereitet hatten, war abends vergriffen. Für die Entdeckerkarte konnten die Kinder bei uns einen Stempel bekommen, wenn sie zuvor eine Frage stellten.

    Viele davon waren spannend – eine der schönsten lautete:

    „Warum sind Schmetterlinge bunt?“

    Frage eines Kindes bei Bröltal bewegt
    Die farbenfrohen Flügel der Schmetterlinge sind nicht nur schön anzusehen – sie haben wichtige Funktionen für das Überleben der Tiere:
    • Tarnung und Schutz: Viele Schmetterlinge nutzen ihre Muster, um mit der Umgebung zu verschmelzen. Andere zeigen beim Auffliegen plötzlich auffällige Farben, die Fressfeinde erschrecken sollen.
    • Warnfarben: Arten, die giftig oder ungenießbar sind, tragen leuchtende Farben als Signal: „Finger weg!“ Auch Nachahmer (Mimikry) profitieren von dieser Strategie.
    • Partnersuche: Die Flügelmuster helfen Schmetterlingen, Männchen und Weibchen zu unterscheiden und Partner anzulocken. Manche Zeichnungen sind für uns Menschen kaum sichtbar, aber im UV-Licht deutlich erkennbar.
    • Schillernde Effekte: Nicht alle Farben entstehen durch Farbstoffe. Häufig brechen winzige Flügelschuppen das Licht so, dass faszinierende Blau- oder Grüntöne entstehen – sogenannte Strukturfarben.


    Ein Höhepunkt war die Ehrung unseres langjährigen Vorsitzenden Heinz Schumacher für sein
    jahrzehntelanges Engagement. Zu diesem Anlass reisten RBN-Vorsitzender Mark vom Hofe und
    sein Stellvertreter Rainer Polke aus Overath an.


    Wir freuen uns über das große Interesse an unserer Arbeit und bedanken uns bei allen
    Besucherinnen und Besuchern. Fazit: Nächstes Jahr sind wir gerne wieder dabei!