Foto: Heinz SchumacherFoto: Heinz SchumacherFoto: Heinz SchumacherFoto: Heinz Schumacher
Das Bornscheider Tal ist zwar im Regionalplan als Gebiet für den Schutz der Natur (GSN) dargestellt, ist aber offiziell kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Es handelt sich um ein typisches, bergisches, waldumschlossenes Wiesental, das von der Landwirtschaft aufgrund seiner Kleinräumigkeit und der feuchten bis nassen Böden nicht mehr bewirtschaftet wird. Es enthält dementsprechend eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt mit vielen regional oder sogar überregional bedeutsamen Arten.
Auch in diesen feuchten oder sogar nassen Mittelgebirgstälern ist eine Pflege (einmal jährliche Mahd mit Abräumen) notwendig, um die artenreichen Wiesen zu erhalten. Dabei können Sie uns gerne unterstützen, einfach auf den Button klicken!
Von Herbst bis zum Frühjahr ist die beste Zeit, um im Tal Gehölze zurückzuschneiden, vor allem Brombeeren müssen immer wieder verdrängt werden. Einmal im Jahr werden alle Flächen mit Balkenmäher und Freischneider gemäht, und danach mit Rechen abgeräumt. Dadurch wird verhindert, dass sich der Boden mit Nährstoffen anreichert und seinen Artenreichtum verliert.
Im ehemaligen Schießstand zwischen Schönenberg und Hänscheid haben Wasserfledermäuse zwei ihrer Winterquartiere. Damit die Tiere ungestört bleiben und nicht von Füchsen oder Waschbären belästigt werden, sind die Tunnel mit stabilen Gittertüren aus Stahl gesichert. Diese waren jedoch durchgerostet – und ich durfte jetzt die neuen einbauen. Ein Einsatz, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Heinz Schumacher hatte mich vorgewarnt: „Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“ Na gut, dachte ich, wie schlimm kann es schon sein? Ziemlich schlimm, wie sich herausstellte. Bevor ich mich auf den Bauch fallen ließ, musste ich erstmal ein paar Spinnen verscheuchen – und dabei leider ihre kunstvollen Netze zerstören. Die Rache der Achtbeiner war mir gewiss: Als ich später wieder draußen stand, hing noch genug von ihren Werken in meinen Haaren. Ein natürliches Souvenir, sozusagen.
„Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“
Dann ging’s los: Auf dem Bauch durch die enge Öffnung, vorne mit den Armen krabbeln, hinten mit den Beinen in der Luft zappeln. Wer sich das nicht vorstellen kann, findet auf unserem WhatsApp-Kanal oder in der Signal-Gruppe ein kleines Video. Heinz reichte mir von draußen Werkzeug und Materialien an, während ich innen unter alles andere als komfortablen Bedingungen die neuen Gittertüren anbrachte. Nach etwa zwei Stunden war die Arbeit erledigt – und ich fühlte mich wie ein Höhlenforscher, der gerade eine neue Spezies entdeckt hat: den schmerzenden Rücken.
Doch der Aufwand lohnte sich: Ich konnte mir die beiden Räume im hinteren Bereich ansehen, in denen die Fledermäuse überwintern. Die Luft war angenehm kühl und feucht, und die vielen Kammern boten Platz für etliche der kleinen Flugsäuger – fast wie ein Luxus-Mehrfamilienhaus für Fledermäuse. Besonders erfreulich: In fast allen Kammern fanden sich Spuren, die belegen, dass die Quartiere auch tatsächlich genutzt werden.
Einziger Wermutstropfen: Wer in der Höhle Spinnen mit Hilfe einer App bestimmen will, braucht Empfang – und den hat man in der Höhle nicht. Also: Erst rauskrabbeln, dann bestimmen.
Die neuen Gittertüren sitzen perfekt, und ich bin sicher: Sie werden mich überdauern, so stabil sind sie gebaut. Ein herzliches Dankeschön an die Schlosserei Kirchner aus Oeleroth, die die Gittertüren gebaut hat. Die Fledermäuse können nun für die nächsten Jahrzehnte ungestört in ihren Winterquartieren ruhen – und das ist es wert.
Foto: Holger Zacharias
Hier bekommt man einen Eindruck, wie es im Inneren aussieht und wie mühselig es ist, in die Höhle zu kriechen….
An jedem ersten Samstag des Monats arbeiten wir in einem Gebiet, das von uns betreut wird. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein. Nähere Infos geben wir ein paar Tage vorher auf unserem WhattsApp-Kanal bekannt, oder hier auf unserer Website. Bei Interesse gerne anrufen unter 0177-6257933 oder schreiben an mitmachen@rbn-ruppicheroth.de . Wir freuen uns über jede Hilfe!
Pflegemaßnahmen in Ruppichterother Naturschutzgebieten. 09.00 Uhr bis ca. 12.30 Uhr. Genauere Informationen, und wie Sie uns helfen können, unter 0177-6257933 (Zacharias).
An jedem ersten Samstag des Monats arbeiten wir in einem Gebiet, das von uns betreut wird. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein. Nähere Infos geben wir ein paar Tage vorher auf unserem WhattsApp-Kanal bekannt, oder hier auf unserer Website. Bei Interesse gerne anrufen unter 0177-6257933 oder schreiben an mitmachen@rbn-ruppicheroth.de . Wir freuen uns über jede Hilfe!