Ortsverband Ruppichteroth

Schlagwort: Naturschutz

  • Arbeitseinsatz in Gießelbach, NSG Millerscheider Tal

    Arbeitseinsatz in Gießelbach, NSG Millerscheider Tal

    Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich sieben Naturschützer:innen zu einem produktiven Arbeitseinsatz in Gießelbach im Naturschutzgebiet Millerscheider Tal.

    Was wir geschafft haben

    Mit vereinten Kräften ging es ans Werk: Drüsiges Springkraut wurde aus dem Schilf entfernt, die Hecke im Randbereich der Wiese mit dem Hochentaster zurückgeschnitten und mit dem Freischneider die Vorbereitungen für die große Mahd getroffen. Auf der „Buckelwiese“ und der Nachbarwiese wurde Adlerfarn bekämpft – ein 5–8 Meter breiter Streifen wurde gemulcht, und einzelne Pflanzen in der Wiese wurden entfernt. Auch ein kaputter Zaun wurde wieder instand gesetzt.

    Warum das wichtig ist

    Die „Buckelwiese“ und ihre Nachbarfläche sind artenreiche, magere Wiesen, auf denen seltene Pflanzen wie das gefleckte Knabenkraut wachsen. Ohne die Bekämpfung des Adlerfarns würden diese wertvollen Lebensräume in wenigen Jahren verschwinden. Auch das Drüsige Springkraut – ein invasiver Neophyt – breitet sich rasant aus und verdrängt heimische Pflanzen. Hier ist regelmäßiges Eingreifen nötig, um die Artenvielfalt zu erhalten.

    Was sind Neophyten?

    Was sind Neophyten?
    Neophyten sind Pflanzen, die erst nach 1500 (in Mitteleuropa) durch den Menschen zu uns gekommen sind – absichtlich als Zierpflanzen oder unabsichtlich durch Handel und Reiseverkehr.

    Was macht sie invasiv?

    Und was macht sie invasiv?
    Manche dieser „Neulinge“ fühlen sich bei uns so wohl, dass sie sich massiv ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Sie stören das natürliche Gleichgewicht, indem sie:
    Lebensräume übernehmen (z. B. durch dichte Bestände, die anderen Pflanzen Licht und Platz wegnehmen),
    Nährstoffe und Wasser monopolisieren,
    Ökosysteme verändern – oft mit langfristigen Folgen für die Artenvielfalt.

    Warum ist Springkraut so problematisch?

    Drüsiges Springkraut – ein Problemfall
    Diese auffällige Pflanze mit den pinken Blüten stammt ursprünglich aus dem Himalaya und wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Doch sie hat eine unangenehme Eigenschaft: Sie wächst extrem schnell, bildet dichte Bestände und verdrängt heimische Pflanzen an Flussufern und in feuchten Wäldern. Durch ihren hohen Nährstoffbedarf verarmt der Boden auf Dauer – und damit verschwindet auch die Vielfalt der Arten, die dort eigentlich zu Hause sind. Regelmäßiges Entfernen vor der Samenreife ist daher ein Muss!

    Was als Nächstes ansteht

    Mitte bis Ende Juli steht die Hauptmahd der Wiese mit Balken- oder Trommelmäher an. Dafür brauchen wir noch einmal 8–10 Helfer:innen – ein weiterer Arbeitseinsatz ist in Planung. Besonders das Schilf im Millerscheider Tal muss weiterhin im Auge behalten und von Springkraut freigehalten werden.

    Ein Tag mit vielen Highlights

    Die Stimmung war großartig, und alle arbeiteten mit viel Freude und Engagement. Besonders beeindruckend: die blühenden Knabenkräuter und der Artenreichtum auf allen Flächen. Ein aufregender Moment: In der Schilffläche entdeckten wir eine Suhle von Wildschweinen – zum Glück hatten wir genug Lärm gemacht, sodass sich die „Schwarzkittel“ rechtzeitig verzogen.

    Am 25. Juli werden wir die Flächen im Millerscheider Tal abräumen. Dabei können wir noch tatkräftige Unterstützung gebrauchen! Wenn Sie uns unterstützen möchten, einfach über den Button bei uns melden, wir freuen uns!

  • Das Bornscheider Tal

    Das Bornscheider Tal

    Foto: Heinz Schumacher

    Das Bornscheider Tal ist zwar im Regionalplan als Gebiet für den Schutz der Natur (GSN) dargestellt, ist aber offiziell kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Es handelt sich um ein typisches, bergisches, waldumschlossenes Wiesental, das von der Landwirtschaft aufgrund seiner Kleinräumigkeit und der feuchten bis nassen Böden nicht mehr bewirtschaftet wird. Es enthält dementsprechend eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt mit vielen regional oder sogar überregional bedeutsamen Arten.

    Pflanzen und Tiere

    Unsere Arbeitseinsätze im Bornscheider Tal

    Von Herbst bis zum Frühjahr ist die beste Zeit, um im Tal Gehölze zurückzuschneiden, vor allem Brombeeren müssen immer wieder verdrängt werden. Einmal im Jahr werden alle Flächen mit Balkenmäher und Freischneider gemäht, und danach mit Rechen abgeräumt. Dadurch wird verhindert, dass sich der Boden mit Nährstoffen anreichert und seinen Artenreichtum verliert.

    Auch in diesen feuchten oder sogar nassen Mittelgebirgstälern ist eine Pflege (einmal jährliche Mahd mit Abräumen) notwendig, um die artenreichen Wiesen zu erhalten. Dabei können Sie uns gerne unterstützen, einfach auf den Button klicken!

  • Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art

    Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art

    Im ehemaligen Schießstand zwischen Schönenberg und Hänscheid haben Wasserfledermäuse zwei ihrer Winterquartiere. Damit die Tiere ungestört bleiben und nicht von Füchsen oder Waschbären belästigt werden, sind die Tunnel mit stabilen Gittertüren aus Stahl gesichert. Diese waren jedoch durchgerostet – und ich durfte jetzt die neuen einbauen. Ein Einsatz, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    Heinz Schumacher hatte mich vorgewarnt: „Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“ Na gut, dachte ich, wie schlimm kann es schon sein? Ziemlich schlimm, wie sich herausstellte. Bevor ich mich auf den Bauch fallen ließ, musste ich erstmal ein paar Spinnen verscheuchen – und dabei leider ihre kunstvollen Netze zerstören. Die Rache der Achtbeiner war mir gewiss: Als ich später wieder draußen stand, hing noch genug von ihren Werken in meinen Haaren. Ein natürliches Souvenir, sozusagen.

    „Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“

    Dann ging’s los: Auf dem Bauch durch die enge Öffnung, vorne mit den Armen krabbeln, hinten mit den Beinen in der Luft zappeln. Wer sich das nicht vorstellen kann, findet auf unserem WhatsApp-Kanal oder in der Signal-Gruppe ein kleines Video. Heinz reichte mir von draußen Werkzeug und Materialien an, während ich innen unter alles andere als komfortablen Bedingungen die neuen Gittertüren anbrachte. Nach etwa zwei Stunden war die Arbeit erledigt – und ich fühlte mich wie ein Höhlenforscher, der gerade eine neue Spezies entdeckt hat: den schmerzenden Rücken.

    Doch der Aufwand lohnte sich: Ich konnte mir die beiden Räume im hinteren Bereich ansehen, in denen die Fledermäuse überwintern. Die Luft war angenehm kühl und feucht, und die vielen Kammern boten Platz für etliche der kleinen Flugsäuger – fast wie ein Luxus-Mehrfamilienhaus für Fledermäuse. Besonders erfreulich: In fast allen Kammern fanden sich Spuren, die belegen, dass die Quartiere auch tatsächlich genutzt werden.

    Einziger Wermutstropfen: Wer in der Höhle Spinnen mit Hilfe einer App bestimmen will, braucht Empfang – und den hat man in der Höhle nicht. Also: Erst rauskrabbeln, dann bestimmen.

    Die neuen Gittertüren sitzen perfekt, und ich bin sicher: Sie werden mich überdauern, so stabil sind sie gebaut. Ein herzliches Dankeschön an die Schlosserei Kirchner aus Oeleroth, die die Gittertüren gebaut hat. Die Fledermäuse können nun für die nächsten Jahrzehnte ungestört in ihren Winterquartieren ruhen – und das ist es wert.

    Foto: Holger Zacharias

    Hier bekommt man einen Eindruck, wie es im Inneren aussieht und wie mühselig es ist, in die Höhle zu kriechen….

  • Eine längst verdiente Ehrung

    Eine längst verdiente Ehrung

    Vor kurzem wurde unser langjähriger Ortsverbandsvorsitzender Heinz Schumacher von der Gemeinde Ruppichteroth für sein außergewöhnliches und jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz geehrt.

    Heinz Schumacher wird durch Bürgermeister Matthias Jedich geehrt. Von links nach rechts: Sascha Seuthe, Matthias Jedich, Heinz Schumacher, Sylvia Reich, Stephen Lang. (Foto: Gemeinde Ruppichteroth)

    Von 1985 bis November 2025 war Heinz Schumacher als ehrenamtlicher Umweltschutzbeauftragter der Gemeinde Ruppichteroth tätig. In dieser Funktion begleitete und initiierte er zahlreiche Maßnahmen zum Schutz von Natur und Artenvielfalt und war über viele Jahre hinweg ein geschätzter Ansprechpartner für Verwaltung, Politik und Bürgerschaft.

    Sein Einsatz für die heimische Natur reicht jedoch noch deutlich weiter zurück. Bereits seit den 1970er-Jahren engagiert sich Heinz Schumacher in verschiedenen Funktionen für den Naturschutz – unter anderem im Bergischen Naturschutzverein, in Facharbeitsgemeinschaften sowie als langjähriger Vorsitzender der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis.

    Dank seines unermüdlichen Wirkens konnten in Ruppichteroth und darüber hinaus wertvolle Lebensräume erhalten und entwickelt werden. Dazu gehören die Sicherung ökologisch bedeutsamer Flächen, die Pflege von Streuobstwiesen und Kopfweiden, die Renaturierung von Bachläufen sowie die Umsetzung zahlreicher Ausgleichs- und Artenschutzmaßnahmen.

    Auch mit 78 Jahren setzt sich Heinz Schumacher weiterhin mit großem Engagement für Natur- und Artenschutz ein. Viele seiner Projekte und Ideen prägen bis heute die Landschaft und tragen dazu bei, die biologische Vielfalt in unserer Region zu bewahren.

    Der RBN gratuliert Heinz Schumacher herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und bedankt sich für seinen jahrzehntelangen Einsatz zum Wohle von Natur, Landschaft und Artenvielfalt in unserer Heimat.

  • Ein gutes Jahr für den Schwalbenschwanz

    Ein gutes Jahr für den Schwalbenschwanz

    Von Heinz Schumacher


    2026 scheint für den Schwalbenschwanz ein gutes Jahr zu sein. So wurden bereits mehrere Falter der Frühjahrsgeneration gesichtet und auch fotografiert.

    Er ist sicher einer unserer schönsten und größten heimischen Schmetterlinge. Obwohl er im Bergischen Land laut der Roten Liste gefährdeter Tierarten nicht gefährdet ist, sieht man diesen prächtigen, auffälligen Tagfalter nur selten.
    Aber wenn man einen Schwalbenschwanz sieht, so ist dies jedes Mal ein Erlebnis.

    Foto: Heinz Schumacher

    Unter normalen Bedingungen entwickeln sich bei uns zwei Generationen im April/ Mai und wieder im Juli/ August.

    Während der Falter Blüten besucht und sich von Nektar ernährt, lebt die Raupe von den Blättern der Wilden Möhre und der Gartenmöhre. Aber keine Angst: Da die Raupen immer einzeln auftreten, richten sie keinen Schaden an.
    Außer Möhren fressen die Raupen auch an anderen Doldengewächsen, so z. B. an Dill und Kümmel.
    Die Raupen der zweiten Generation verpuppen sich im Herbst und die Puppen überwintern.

    Foto: B. Jacobi

    Bei unseren Arbeitseinsätzen haben wir immer wieder Glück und begegnen seltenen Tier- oder Pflanzenarten. Hier ein Schwalbenschwanz-Weibchen bei der Eiablage an Wilder Möhre, fotografiert von Beate Lückeroth bei einem RBN-Arbeitseinsatz am 2. Mai 2026

    „Es ist immer wieder beglückend, bei unseren Aktionen solche Entdeckungen zu machen.“

    Holger Zacharias

  • Arbeitseinsatz

    Arbeitseinsatz

    7. November | 9:00 12:30

    An jedem ersten Samstag des Monats arbeiten wir in einem Gebiet, das von uns betreut wird. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein. Nähere Infos geben wir ein paar Tage vorher auf unserem WhattsApp-Kanal bekannt, oder hier auf unserer Website. Bei Interesse gerne anrufen unter 0177-6257933 oder schreiben an mitmachen@rbn-ruppicheroth.de . Wir freuen uns über jede Hilfe!

  • Arbeitseinsatz

    Arbeitseinsatz

    12. September | 9:00 12:30

    Pflegemaßnahmen in Ruppichterother Naturschutzgebieten. 09.00 Uhr bis ca. 12.30 Uhr.
    Genauere Informationen, und wie Sie uns helfen können, unter 0177-6257933 (Zacharias).

  • Vogelstimmenwanderung 2026

    Vogelstimmenwanderung 2026

    Ein Rückblick:

    Im April fand unsere Vogelstimmenwanderung erstmals ohne die Unterstützung unserer Expertin Regine Bartholdi statt, die die Führung leider nicht wie geplant übernehmen konnte. Vertreten wurde sie engagiert von Gesa Bartholdi und Beate Lückeroth, die den Teilnehmenden die Vielfalt der Vogelstimmen näherbrachten.

    Mit elf Erwachsenen und zwei Kindern war die Gruppe erfreulich gut besetzt. Auch wenn sich die Vogelwelt an diesem Tag eher zurückhaltend zeigte, tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Möglicherweise spielten die kühlen Temperaturen sowie die bewusst später gewählte Uhrzeit eine Rolle. Üblicherweise finden Vogelstimmenwanderungen in den frühen Morgenstunden zwischen fünf und sechs Uhr statt – dann ist die Aktivität der Vögel am größten. Um jedoch mehr Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, hatten wir uns diesmal für eine etwas „aufstehfreundlichere“ Zeit entschieden.

    Ein weiteres Thema, das uns beschäftigt hat, ist der zunehmende Verlust von Lebensräumen. Viele Hecken, die Vögeln Schutz und Nistmöglichkeiten bieten, verschwinden zunehmend aus der Landschaft. Besonders betroffen ist die Feldlerche, die noch vor wenigen Jahren bei uns anzutreffen war. Sie ist auf offene, ungestörte Flächen angewiesen – Bedingungen, die durch die heutige landwirtschaftliche Nutzung immer seltener werden.

    Trotz der eher leisen Kulisse hoffen wir, bei unseren Teilnehmenden die Begeisterung für Vogelstimmen geweckt zu haben. Wer tiefer einsteigen möchte, kann mit verschiedenen Vogelstimmen-Apps das Gelernte ganz einfach zu Hause weiter vertiefen.

    Wir bedanken uns herzlich bei allen, die dabei waren, und wünschen weiterhin viel Freude beim Entdecken und Hören unserer heimischen Vogelwelt.

  • Arbeitseinsatz

    Arbeitseinsatz

    7. November | 9:00 12:30

    An jedem ersten Samstag des Monats arbeiten wir in einem Gebiet, das von uns betreut wird. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein. Nähere Infos geben wir ein paar Tage vorher auf unserem WhattsApp-Kanal bekannt, oder hier auf unserer Website. Bei Interesse gerne anrufen unter 0177-6257933 oder schreiben an mitmachen@rbn-ruppicheroth.de . Wir freuen uns über jede Hilfe!

  • Arbeitseinsatz

    Arbeitseinsatz

    5. September | 9:00 12:30

    An jedem ersten Samstag des Monats arbeiten wir in einem Gebiet, das von uns betreut wird. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein. Nähere Infos geben wir ein paar Tage vorher auf unserem WhattsApp-Kanal bekannt, oder hier auf unserer Website. Bei Interesse gerne anrufen unter 0177-6257933 oder schreiben an mitmachen@rbn-ruppicheroth.de . Wir freuen uns über jede Hilfe!