Ortsverband Ruppichteroth

Schlagwort: Schießstand

  • Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art

    Ein Arbeitseinsatz der besonderen Art

    Im ehemaligen Schießstand zwischen Schönenberg und Hänscheid haben Wasserfledermäuse zwei ihrer Winterquartiere. Damit die Tiere ungestört bleiben und nicht von Füchsen oder Waschbären belästigt werden, sind die Tunnel mit stabilen Gittertüren aus Stahl gesichert. Diese waren jedoch durchgerostet – und ich durfte jetzt die neuen einbauen. Ein Einsatz, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    Heinz Schumacher hatte mich vorgewarnt: „Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“ Na gut, dachte ich, wie schlimm kann es schon sein? Ziemlich schlimm, wie sich herausstellte. Bevor ich mich auf den Bauch fallen ließ, musste ich erstmal ein paar Spinnen verscheuchen – und dabei leider ihre kunstvollen Netze zerstören. Die Rache der Achtbeiner war mir gewiss: Als ich später wieder draußen stand, hing noch genug von ihren Werken in meinen Haaren. Ein natürliches Souvenir, sozusagen.

    „Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“

    Dann ging’s los: Auf dem Bauch durch die enge Öffnung, vorne mit den Armen krabbeln, hinten mit den Beinen in der Luft zappeln. Wer sich das nicht vorstellen kann, findet auf unserem WhatsApp-Kanal oder in der Signal-Gruppe ein kleines Video. Heinz reichte mir von draußen Werkzeug und Materialien an, während ich innen unter alles andere als komfortablen Bedingungen die neuen Gittertüren anbrachte. Nach etwa zwei Stunden war die Arbeit erledigt – und ich fühlte mich wie ein Höhlenforscher, der gerade eine neue Spezies entdeckt hat: den schmerzenden Rücken.

    Doch der Aufwand lohnte sich: Ich konnte mir die beiden Räume im hinteren Bereich ansehen, in denen die Fledermäuse überwintern. Die Luft war angenehm kühl und feucht, und die vielen Kammern boten Platz für etliche der kleinen Flugsäuger – fast wie ein Luxus-Mehrfamilienhaus für Fledermäuse. Besonders erfreulich: In fast allen Kammern fanden sich Spuren, die belegen, dass die Quartiere auch tatsächlich genutzt werden.

    Einziger Wermutstropfen: Wer in der Höhle Spinnen mit Hilfe einer App bestimmen will, braucht Empfang – und den hat man in der Höhle nicht. Also: Erst rauskrabbeln, dann bestimmen.

    Die neuen Gittertüren sitzen perfekt, und ich bin sicher: Sie werden mich überdauern, so stabil sind sie gebaut. Ein herzliches Dankeschön an die Schlosserei Kirchner aus Oeleroth, die die Gittertüren gebaut hat. Die Fledermäuse können nun für die nächsten Jahrzehnte ungestört in ihren Winterquartieren ruhen – und das ist es wert.

    Foto: Holger Zacharias

    Hier bekommt man einen Eindruck, wie es im Inneren aussieht und wie mühselig es ist, in die Höhle zu kriechen….