Nach der Mahd im Millerscheider Tal steht das Abräumen der Wiesen an. Schon alleine um dieses wunderschöne Tal zu genießen, lohnt es sich, an diesem Einsatz teilzunehmen! Bitte unbedingt anmelden unter mitmachen@rbn-ruppichteroth.de oder über unser Kontaktformular oder natürlich telefonisch.
Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich sieben Naturschützer:innen zu einem produktiven Arbeitseinsatz in Gießelbach im Naturschutzgebiet Millerscheider Tal.
Was wir geschafft haben
Mit vereinten Kräften ging es ans Werk: Drüsiges Springkraut wurde aus dem Schilf entfernt, die Hecke im Randbereich der Wiese mit dem Hochentaster zurückgeschnitten und mit dem Freischneider die Vorbereitungen für die große Mahd getroffen. Auf der „Buckelwiese“ und der Nachbarwiese wurde Adlerfarn bekämpft – ein 5–8 Meter breiter Streifen wurde gemulcht, und einzelne Pflanzen in der Wiese wurden entfernt. Auch ein kaputter Zaun wurde wieder instand gesetzt.
Springkraut zupfen mitten im Schilf (Foto: Holger Zacharias)Gesammeltes Springkraut (Foto: Holger Zacharias)Durch die kurzen Wurzeln lässt es sich leicht ausreißen (Foto: Holger Zacharias)(Foto: Holger Zacharias)
Warum das wichtig ist
Die „Buckelwiese“ und ihre Nachbarfläche sind artenreiche, magere Wiesen, auf denen seltene Pflanzen wie das gefleckte Knabenkraut wachsen. Ohne die Bekämpfung des Adlerfarns würden diese wertvollen Lebensräume in wenigen Jahren verschwinden. Auch das Drüsige Springkraut – ein invasiver Neophyt – breitet sich rasant aus und verdrängt heimische Pflanzen. Hier ist regelmäßiges Eingreifen nötig, um die Artenvielfalt zu erhalten.
Was sind Neophyten?
Was sind Neophyten? Neophyten sind Pflanzen, die erst nach 1500 (in Mitteleuropa) durch den Menschen zu uns gekommen sind – absichtlich als Zierpflanzen oder unabsichtlich durch Handel und Reiseverkehr.
Was macht sie invasiv?
Und was macht sie invasiv? Manche dieser „Neulinge“ fühlen sich bei uns so wohl, dass sie sich massiv ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Sie stören das natürliche Gleichgewicht, indem sie: ✔ Lebensräume übernehmen (z. B. durch dichte Bestände, die anderen Pflanzen Licht und Platz wegnehmen), ✔ Nährstoffe und Wasser monopolisieren, ✔ Ökosysteme verändern – oft mit langfristigen Folgen für die Artenvielfalt.
Warum ist Springkraut so problematisch?
Drüsiges Springkraut – ein Problemfall Diese auffällige Pflanze mit den pinken Blüten stammt ursprünglich aus dem Himalaya und wurde im 19. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Doch sie hat eine unangenehme Eigenschaft: Sie wächst extrem schnell, bildet dichte Bestände und verdrängt heimische Pflanzen an Flussufern und in feuchten Wäldern. Durch ihren hohen Nährstoffbedarf verarmt der Boden auf Dauer – und damit verschwindet auch die Vielfalt der Arten, die dort eigentlich zu Hause sind. Regelmäßiges Entfernen vor der Samenreife ist daher ein Muss!
Geflecktes Knabenkraut Dactylorhiza maculata (Foto: Holger Zacharias)Die gemulchte Fläche (Foto: Holger Zacharias)Geflecktes Knabenkraut Dactylorhiza maculata (Foto: Holger Zacharias)Geflecktes Knabenkraut Dactylorhiza maculata (Foto: Holger Zacharias)Voller Einsatz bei Mensch und Maschine (Foto: Holger Zacharias)Höchste Konzentration (Foto: Holger Zacharias)In diesem Bild sind direkt zwei Neophyten zu sehen: Vorne Drüsiges Springkraut, im Hintergrund Japanknöterich. Auf solchen Flächen wächst so gut wie nichts anderes mehr – vor allem keine heimischen Pflanzen. (Foto: Holger Zacharias)
Was als Nächstes ansteht
Mitte bis Ende Juli steht die Hauptmahd der Wiese mit Balken- oder Trommelmäher an. Dafür brauchen wir noch einmal 8–10 Helfer:innen – ein weiterer Arbeitseinsatz ist in Planung. Besonders das Schilf im Millerscheider Tal muss weiterhin im Auge behalten und von Springkraut freigehalten werden.
Ein Tag mit vielen Highlights
Die Stimmung war großartig, und alle arbeiteten mit viel Freude und Engagement. Besonders beeindruckend: die blühenden Knabenkräuter und der Artenreichtum auf allen Flächen. Ein aufregender Moment: In der Schilffläche entdeckten wir eine Suhle von Wildschweinen – zum Glück hatten wir genug Lärm gemacht, sodass sich die „Schwarzkittel“ rechtzeitig verzogen.
So sehen Siegerinnen aus (Foto: Heinz Schumacher)…. und so sehen die Hosen der Siegerinnen aus (Foto: Heinz Schumacher)Ein 12-PS-Mulcher und sein Besitzer im Einsatz (Foto: Holger Zacharias)Gewonnen: die Artenvielfalt (Foto: Holger Zacharias)Filigrane Technik für den Erhalt der Artenvielfalt (Foto: Holger Zacharias)
Am 25. Juli werden wir die Flächen im Millerscheider Tal abräumen. Dabei können wir noch tatkräftige Unterstützung gebrauchen! Wenn Sie uns unterstützen möchten, einfach über den Button bei uns melden, wir freuen uns!
Foto: Heinz SchumacherFoto: Heinz SchumacherFoto: Heinz SchumacherFoto: Heinz Schumacher
Das Bornscheider Tal ist zwar im Regionalplan als Gebiet für den Schutz der Natur (GSN) dargestellt, ist aber offiziell kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Es handelt sich um ein typisches, bergisches, waldumschlossenes Wiesental, das von der Landwirtschaft aufgrund seiner Kleinräumigkeit und der feuchten bis nassen Böden nicht mehr bewirtschaftet wird. Es enthält dementsprechend eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt mit vielen regional oder sogar überregional bedeutsamen Arten.
Von Herbst bis zum Frühjahr ist die beste Zeit, um im Tal Gehölze zurückzuschneiden, vor allem Brombeeren müssen immer wieder verdrängt werden. Einmal im Jahr werden alle Flächen mit Balkenmäher und Freischneider gemäht, und danach mit Rechen abgeräumt. Dadurch wird verhindert, dass sich der Boden mit Nährstoffen anreichert und seinen Artenreichtum verliert.
Auch in diesen feuchten oder sogar nassen Mittelgebirgstälern ist eine Pflege (einmal jährliche Mahd mit Abräumen) notwendig, um die artenreichen Wiesen zu erhalten. Dabei können Sie uns gerne unterstützen, einfach auf den Button klicken!
Im ehemaligen Schießstand zwischen Schönenberg und Hänscheid haben Wasserfledermäuse zwei ihrer Winterquartiere. Damit die Tiere ungestört bleiben und nicht von Füchsen oder Waschbären belästigt werden, sind die Tunnel mit stabilen Gittertüren aus Stahl gesichert. Diese waren jedoch durchgerostet – und ich durfte jetzt die neuen einbauen. Ein Einsatz, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Heinz Schumacher hatte mich vorgewarnt: „Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“ Na gut, dachte ich, wie schlimm kann es schon sein? Ziemlich schlimm, wie sich herausstellte. Bevor ich mich auf den Bauch fallen ließ, musste ich erstmal ein paar Spinnen verscheuchen – und dabei leider ihre kunstvollen Netze zerstören. Die Rache der Achtbeiner war mir gewiss: Als ich später wieder draußen stand, hing noch genug von ihren Werken in meinen Haaren. Ein natürliches Souvenir, sozusagen.
„Zieh Dir alte Klamotten an, Du musst auf dem Bauch in den Tunnel kriechen und Dich darin umdrehen!“
Dann ging’s los: Auf dem Bauch durch die enge Öffnung, vorne mit den Armen krabbeln, hinten mit den Beinen in der Luft zappeln. Wer sich das nicht vorstellen kann, findet auf unserem WhatsApp-Kanal oder in der Signal-Gruppe ein kleines Video. Heinz reichte mir von draußen Werkzeug und Materialien an, während ich innen unter alles andere als komfortablen Bedingungen die neuen Gittertüren anbrachte. Nach etwa zwei Stunden war die Arbeit erledigt – und ich fühlte mich wie ein Höhlenforscher, der gerade eine neue Spezies entdeckt hat: den schmerzenden Rücken.
Doch der Aufwand lohnte sich: Ich konnte mir die beiden Räume im hinteren Bereich ansehen, in denen die Fledermäuse überwintern. Die Luft war angenehm kühl und feucht, und die vielen Kammern boten Platz für etliche der kleinen Flugsäuger – fast wie ein Luxus-Mehrfamilienhaus für Fledermäuse. Besonders erfreulich: In fast allen Kammern fanden sich Spuren, die belegen, dass die Quartiere auch tatsächlich genutzt werden.
Einziger Wermutstropfen: Wer in der Höhle Spinnen mit Hilfe einer App bestimmen will, braucht Empfang – und den hat man in der Höhle nicht. Also: Erst rauskrabbeln, dann bestimmen.
Die neuen Gittertüren sitzen perfekt, und ich bin sicher: Sie werden mich überdauern, so stabil sind sie gebaut. Ein herzliches Dankeschön an die Schlosserei Kirchner aus Oeleroth, die die Gittertüren gebaut hat. Die Fledermäuse können nun für die nächsten Jahrzehnte ungestört in ihren Winterquartieren ruhen – und das ist es wert.
Foto: Holger Zacharias
Hier bekommt man einen Eindruck, wie es im Inneren aussieht und wie mühselig es ist, in die Höhle zu kriechen….
An jedem ersten Samstag des Monats arbeiten wir in einem Gebiet, das von uns betreut wird. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein. Nähere Infos geben wir ein paar Tage vorher auf unserem WhattsApp-Kanal bekannt, oder hier auf unserer Website. Bei Interesse gerne anrufen unter 0177-6257933 oder schreiben an mitmachen@rbn-ruppicheroth.de . Wir freuen uns über jede Hilfe!
Pflegemaßnahmen in Ruppichterother Naturschutzgebieten. 09.00 Uhr bis ca. 12.30 Uhr. Genauere Informationen, und wie Sie uns helfen können, unter 0177-6257933 (Zacharias).
An jedem ersten Samstag des Monats arbeiten wir in einem Gebiet, das von uns betreut wird. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein. Nähere Infos geben wir ein paar Tage vorher auf unserem WhattsApp-Kanal bekannt, oder hier auf unserer Website. Bei Interesse gerne anrufen unter 0177-6257933 oder schreiben an mitmachen@rbn-ruppicheroth.de . Wir freuen uns über jede Hilfe!
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